Die Kulturreihe ist 22 Jahre alt

27.01.2012 14:00:00

Wieder mal ein Beispiel für ehrenamtliches Engagement

Ein unschlagbares Team, Gerda Fischer und Jürgen Lohmann stemmen mit vielen Ehrenamtlichen die Kulturreihe »Donnerstag im Bürgerhaus«.
Ein unschlagbares Team

 

Vor 22 Jahren hatte Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann spontan die Idee, eine Kulturreihe in Möhringen zu etablieren. Damals begann alles im Richterkeller, heute ist sie ein fester Bestandteil im Bürgerhaus. Im Rückblick eine Momentaufnahme.


Von Roland Steinhauer

 

»Damals hatte die Möhringer Bank den Richterkeller umgebaut und eingeweiht. Als ich bei dieser Einweihung den Gewölbekeller sah, hatte ich sofort den Gedanken, hier könnte man kulturelle Veranstaltungen durchführen «, erinnert sich Jürgen Lohmann. 22 Jahre später ist daraus eine feste Größe im Kulturleben des Stuttgarter Stadtteils geworden, die einmal im Monat zu »Donnerstag im Bürgerhaus « einlädt. Konnten zu Zeiten des Richterkellers gerade mal 100 Personen an solchen Veranstaltungen teilnehmen, kann das Bürgerhaus heute bis zu 600 Menschen Platz bieten. »Aber dann müssen alle Tische raus, dann gibt es nur Sitzgelegenheiten «, so Lohmann. In der Regel kommen zu den Veranstaltungen bis zu 400 Zuschauer in den Saal des Bürgerhauses. Kapazitätsprobleme dürfte es da keine geben.

 

Gemeinsam mit dem Bürgerverein

 

Doch der Verdienst für den Erfolg dieser Reihe ist nicht allein dem Bezirksvorsteher zuzuschreiben. Seit 22 Jahren an seiner Seite ist Gerda Fischer, die Vorsitzende des Bürgervereins. Damals hatte zwar Lohmann den Gedanken, aber allein das zu stemmen, das geht nicht, das war ihm von Anfang an bewusst. Deshalb ist er gleich auf Gerda Fischer zugegangen und die war ebenfalls begeistert: Tolle Idee, machen wir mit. Der Bürgerverein übernimmt seit über zwei Jahrzehnten die Organisation, Bewirtung und die Verteilung der Plakate (dies macht seit eh und je überaus zuverlässig, ob‘s stürmt oder schneit, der Ehemann Gerda Fischers).

 

Im Sommer wird neues angehört und angeschaut

 

Jedes Jahr in den Sommerferien treffen sich Lohmann und der Bürgerverein und schauen, was denn für das darauffolgende Jahr an Künstler in das Bürgerhaus kommen könnten. »Wenn dann alle Termine festgezurrt sind, lege ich los, verhandle mit den ganzen Agenturen und den Künstlern, mache die Verträge, die Gema, Künstlersozialkasse«, erklärt Jürgen Lohmann. Mittlerweile hat der Bezirksvorsteher in den 22 Jahren einen guten Kontakt zu den Künstleragenturen aufgebaut und bekommt jede Menge CDs. Schuhschachtelmäßig stellt er diese Unterlagen im Sommer auf den Tisch und dann wird sich angehört. Dabei muss immer Abwechslung im Programm sein, also nicht nur Jazz, sondern auch Kabarett, schwäbisches Kabarett oder Irish Folk. »Wir achten sehr darauf, dass das Programm ausgewogen ist. Und wir schauen auch darauf, dass die Künstler nicht zweimal hintereinander kommen. Aber es gibt natürlich einige, die kommen auch öfter, wie ›Wirtschaftswunder‹ oder ›Dui do on de Sell‹. Da ist der Saal voll«, so Lohmann.

 

Ausdruck von Eigenleben eines Stadtbezirks

 

»Es ist der Trend der Zeit, dass Kultur vor Ort angeboten wird. Und es ist eine Bereicherung für das Gemeinschaftsleben. Das gehört einfach dazu, das ist ein Ausdruck von Eigenleben eines Stadtbezirks«, erläutert Bezirksvorsteher Lohmann. Die ganze Arbeit wird ehrenamtlich geschultert. Auch Jürgen Lohmann macht seine Arbeit ehrenamtlich.

 

 

 

16. Februar: Donnerstag im Bürgerhaus

 

 

»Des tut weh« mit Sabine Essinger

Blitzschnell wechselt Berta Fleischle von der schwäbischen Hausfrau mit Kittelschurz und Schwertgosch zur süsslich-intriganten Büroschnepfe Brigitte Fleischle. Sabine Essinger hat nicht nur ihr nicht wegzudenkendes »Baby Fleischle« dabei, sondern auch ihre Weiber. Auch die eine oder andere »Neue« der schwäbischen Damen wird zum Vorschein kommen. Die unglaubliche Wandlungsfähigkeit ein und derselben Person innerhalb weniger Augenblicke und die präzisen Seitenhiebe auf die schwäbischen Alltags(frauen-)situationen lassen tief blicken. 

 

Karten im Vorverkauf für 12 € bei der Volksbank Stuttgart eG, Filderbahnstraße 26, Tel: 0711/ 181-0 (ab 14 Tage vor der Veranstaltung); Karten an der Abendkasse (14 €); Einlass: 19 Uhr. Keine Reservierungen möglich.

 

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