Sprachrohr der Jugendlichen

Jugendratswahlen stehen an – was treibt die Jugendräte an?

 

Vom 15. Januar bis 2. Februar kommenden Jahres wird in der Landeshauptstadt der neue Jugendrat gewählt. Den ganzen Oktober über lief die Kandidatensuche auf Hochtouren. Damit hatte auch Max Wörner alle Hände voll zu tun. Wir stellen den neuen FSJ-ler im Möhringer Bezirksamt vor. Außerdem haben wir uns mit den amtierenden Jugendräten, von denen zwei wieder zur Wahl antreten, über ihr Engagement unterhalten.

 

Von Daniel Stoll

 

„Anfangs waren wir 13, jetzt sind wir noch zu neunt“, sagt Jugendrat- Sprecher Jan-Felix Zens. „Viele haben einfach keine Zeit mehr, haben Nachmittagsunterricht oder andere Verpflichtungen“, ergänzt Bezirksvorsteherin Evelyn Weis, die gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Marie-Ann Heymann und den Jugendhaus- Leitern Andreas Bernhard und Clemens Kullmann regelmäßig an den Sitzungen des Jugendrats teilnimmt.

 

Viele Anregungen bereits umgesetzt

 

„Toll, dass ihr das macht“, schildert Angelina Orschlet die durchweg positiven und anerkennenden Kommentare, die sie über ihre Tätigkeit im Jugendrat so zu hören bekommt. Ein erfreuliches Resümee zieht auch Jan-Felix Zens: „Auf Möhringer Basis sind wir zufrieden.“ Die Umsetzung der eingebrachten Ideen nehme allerdings oft lange Zeit in Anspruch, erklärt die Bezirksvorsteherin und führt als Beispiele das Jugendcafé oder den umzäunten Bolzplatz bei Kaufland an. „Zahlreiche gute Anregungen und Forderungen wurden bereits im Sinne der Jugend in unserer Stadt umgesetzt, zum Beispiel der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in den Nachtstunden“, freut sich auch Iris Ripsam. Die Vorsitzende der Stuttgarter Jugendhaus-Gesellschaft sieht der Einrichtung der Jugendräte als erfolgreiches Modell, als ein Sprachrohr gegenüber der Gesellschaft, Politik und Verwaltung. „Der Jugendrat in Stuttgart ist zu einem nicht mehr verzichtbaren Teil des ehrenamtlichen und politischen Lebens dieser Stadt geworden“, so Ripsam, deren heute erwachsene Kinder ebenfalls politisch aktiv sind. „Über die Jahre als jugendpolitische Sprecherin der CDU-Gemeinderatsfraktion habe ich viele sehr engagierte Jugendräte erlebt. Da wird es mir um die Zukunft unserer Stadt und unseres Landes nicht bange“, bilanziert Ripsam. Allerdings sei es in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger geworden, genügend Bewerber zu finden. Zum Thema Wahlrecht ab 16 haben die Jugendräte eine eindeutige Position: definitiv ja. „Schließlich nehmen wir politische Themen in der Schule durch und verstehen, worum es geht“, erklärt Katharina Gäbler.

 

Erfolgreiche Kandidatensuche

 

Bis es so weit ist, widmen sich die jungen Leuten anderen Projekten oder Aktionen, wie in jüngster Zeit die Alkoholpräventionsveranstaltung oder der Besuch beim Polizeirevier in der Balinger Straße (lesen Sie mehr dazu auf unserer Bezirksrathausseite auf Seite 24). Am meisten Zeit in Anspruch genommen hat im Oktober die Kandidatensuche für den neuen Jugendrat, für den an Schulen und Jugendhäusern kräftig die Werbetrommel gerührt wurde. Mit Erfolg: Wie wir erfahren haben, ist in Möhringen die nötige Anzahl an Kandidaten zusammengekommen.

 

Mit von der Partie dabei war Max Wörner, der am 1. September sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Bezirksamt begonnen hat. Damit hat er seinen Vorgänger Dominik Euchner abgelöst, der ein duales Studium begonnen hat. Mit seinen erst 17 Jahren ist der neue FSJ-ler in etwa im selben Jahr wie die Mitglieder des Jugendrats und ebenso politisch interessiert. „Da es mit 17 schwierig ist, ein Studium zu beginnen, und ich nicht Dienst im Altenheim ableisten wollte, hat das FSJ-Angebot mein Interesse geweckt“, erklärt Max Wörner. Grußworte oder Reden schreiben, kreativ sein, das ist es, was ihm am meisten Freude bereitet in seinen neuen Aufgabenbereichen. „Sich wiederholende, monotone Tätigkeiten, wie beispielsweise 70 Geburtstagseinladungen vorzubereiten, sind jetzt weniger spaßig“ – aber auch das gehört eben dazu.

 

Max Wörner sieht sein Jahr im Möhringer Bezirksrathaus als Orientierungshilfe für seine späteren Zukunftspläne. Wohin es ihn danach verschlägt, lässt er auf sich zukommen: „Vielleicht studiere ich Geisteswissenschaften

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