US-Soldaten bleiben

Möhringen war und ist Sitz des Africom-Hauptquartiers

 

Die Kelley Barracks umfassen ein etwa 40 Hektar großes Gelände – was der Fläche von etwa 50 Fußballfeldern entspricht. Einige Monate lang keimten Hoffnungen auf, die US-Army würde abziehen und Stuttgart einen erstklassigen neuen Standort für Wohnungen zurücklassen. Daraus wird wohl nichts.

 

Zweierlei Hoffnungen haben sich damit offensichtlich zerschlagen: Die Vereinigten Staaten werden wohl doch ihre Soldaten nicht aus den Möhringer Kelley Barracks abziehen – der Platz wäre ein Trompetenstoß für Stadtplaner und auch für den Stuttgarter Mieterverein gewesen, die auf der Suche nach Platz für neuen Wohnraum sind. Auch die Friedensbewegung hoffte vergeblich, dass das Africom der Amerikaner nicht mehr von Möhringen aus todbringende Drohnen- Einsätze in Afrika kommandieren wird.

 

Ex-Präsident Donald Trump hatte Mitte letzten Jahres solche Hoffnungen aufkeimen lassen, als er sozusagen als Strafmaßnahme gegen Deutschland wegen seiner Meinung zu geringer Militärausgaben den Abzug von rund 12.000 US-Soldaten aus der Bundesrepublik ankündigte. Im Gespräch waren auch die Verlegung des US-Europa- Hauptquartiers Eucom von den Vaihinger Patch Barracks ins belgische Mons und des Africom von den Kelley Barracks an einen anderen Ort. US-Militärs äußerten Kritik an Trumps Absichten, im Kongress die Demokraten und sogar Politiker seiner eigenen Republikaner.

 

Ohne Trump bleibt vorerst alles beim Alten

 

Die Wahlen spülten Trump aus dem Weißen Haus und die Zeichen deuten jetzt darauf hin, dass auf absehbare Zeit alles beim Alten bleibt. Army-General Stephen J. Townsend wird weiterhin von Möhringen aus als bisher fünfter Chef das USRegionalkommando für den afrikanischen Kontinent befehligen – ausgenommen Ägypten, für das nach wie vor das Hauptkommando in Tampa (Florida) zuständig ist.

 

Die Kelley Barracks sind ein geschlossenes Gebiet, das im Westen an das Daimler-Gelände anstößt, im Norden an das Weidachtal, im Osten an den Karlshof und im Süden an die Plieninger Straße. Knapp 500 Militärangehörige wohnen dort, etwa sechsmal so viele arbeiten in dem US-Standort. Neben den rein militärischen Einrichtungen gibt es Wohnungen, ein Hotel, Geschäfte, Restaurants, Fitness-Studio, Sportgelände, einen Club und sogar ein inzwischen weithin bekanntes und – so die Corona- Regelungen es erlauben - auch für deutsche Besucher offenes „Stuttgart Theatre Center“.

kg

 

Kelley Barracks

1938 als Helenen-Kaserne der Wehrmacht errichtet, wurde das Militärgelände nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-Besatzungsmacht übernommen und in Kelley Barracks umbenannt. Namensgeber war Jonah E. Kelley, ein Unteroffizier der Army, der postum mit der Medal of Honor ausgezeichnet wurde. Bis 1992 war hier das Hauptquartier des VII. US-Korps, seit Herbst 2007 wurde es Sitz des Africa Command.

 

(Artikel aus Möhringen Aktuell, KW 11/2021)

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